Huforthopädie
Wirkungsweise der Huforthopädie
So manchem Pferd drückt gehörig der Schuh! Viele, viele Pferde lahmen, weil der Huf aus der Balance geraten ist, so dass...
- das Horn an stark innervierten Lederhäuten ständig übermäßig drückt und zieht (Blutergüsse)
- die Achse des Beines aus seinem Lot gerät und somit arthrotischen Veränderungen Vorschub leistet
- sich die ganze Hornkapsel verschiebt und eher einem Hornklumpen als einem wohlgeformten, symmetrischen ästhetischen „Bauwerk“ der Natur gleicht
- das Strahlhorn so gequetscht wird, dass es unter ständiger Fäulnis leidet (trotz hoher Hygienemaßnahmen)
- das Horn vor lauter Spannungen anfängt Risse und Falten zu bilden
- sich Knochen stark verformen, um sich den widrigen Umständen so gut wie möglich anzupassen
- das liebe Pferd, der gute, alte (oder junge?) Freund und Sportsgefährte am Ende nicht mehr laufen möchte!
Prävention statt Problembehandlung
Die Huforthopädie möchte natürlich, dass es mit den Pferden
erst gar nicht so weit kommt und arbeitet deshalb am liebsten präventiv.
Leider ist es oftmals so, dass die Huforthopädie der letzte Rettungsanker
für viele Pferdebesitzer ist, wenn die traditionelle Weise (Beschläge,
Sonderbeschläge, Schmerzmittel u.s.w.) der Problembehandlung nicht
(mehr) fruchtet.
Letzte Station vor dem Schlachter ist dann oft der Huforthopäde - zum Glück! Der Huforthopäde „behandelt“ die Hufe lediglich mit Raspel und Messer, in schweren Fällen müssen vorübergehend Hufpolsterverbände angelegt werden. In den meisten Fällen geht es den Pferden schnell (innerhalb weniger Wochen oder Monaten) wieder besser.
Wie funktioniert die Huforthopädie?
Die Hufe werden wieder in einen physiologischen Zustand zurückgeführt, somit wird der Huf wieder gleichmäßig belastet. Jedes Pferd, jedes Bein und jeder Huf wird einzeln unter die Lupe genommen. Es gibt keine Tabellen und Winkelgrade, nach denen gearbeitet wird. Die bestmögliche, tragfähigste Hufsituation wird für jeden Fall herbeigeführt.
Hornwände, die überbelastet sind, werden mit der Zeit entlastet, Wände, die ihre Tragfähigkeit verloren haben, werden mit der Zeit wieder zum Tragen herangezogen.
Die Zeit ist ein wichtiger Faktor der Huforthopädie, denn die Wiederherstellung der physiologischen Zustände dauert und dies ist auch gut so. Sehnen, Bänder, Knochen brauchten Zeit, um sich den langsam immer widriger werdenden Hufzuständen anzupassen, durch die Behandlung der Huforthopädie bekommen sie Zeit, sich den ändernden, besseren Zuständen wieder langsam anzupassen.
Es gibt also keine „Umstellung“ im Sinne abrupter Stellungsänderungen. Das Pferd läuft sich am Ende selbst in eine bessere Hufzukunft.
